Vergleicht man das Pferd mit anderen Haustieren oder den landwirtschaftlichen Nutztieren, dann ergibt sich daraus, dass das Hauspferd seinen wilden Stammformen viel näher steht als jedes andere unserer Haustiere.

Da Pferde heute so gut wie nicht mehr in freier Wildbahn vorkommen, sondern domestiziert worden sind, ist es wichtig, diese Geschöpfe - soweit es möglich ist - artgerecht zu halten, um sie gesund zu erhalten. 

Somit ergeben sich die Grundbedürfnisse für ALLE Pferde.

Bewegung: Reiten alleine reicht in der Regel nicht aus. In der Natur bewegt sich das Pferd täglich ca. 16 Stunden vorwiegend im ruhigen Schritt und legt dabei bis zu 30 km zurück.

Dauerfressen: Ein Angebot aus ausreichend pflanzlicher Nahrung, welche über 16 bis 18 Stunden pro Tag aufgenommen wird. Dazu ist auch der Verdauungstrakt eingerichtet. Pferde sind sogenannte Endfermenter, was bedeutet, dass die Verdauung zum Großteil erst im Darmtrakt und nicht im Magen stattfindet. Somit ist der Magen im Vergleich zu den Gedärmen mit etwa 15-20 Litern Volumen relativ klein. 

Gesellschaft: Pferde brauchen Freunde. In freier Wildbahn leben die Tiere in differenziert zusammengesetzten Familiengruppen und schließen außerdem Freundschaften. Nur durch den Kontakt zu seinen Artgenossen bleibt das Pferd seelisch stabil, was der Gesundheit sehr dient.

 Unterhaltung: Pferde gucken kein Fernsehen. Sie schauen aber gerne, zur Kontrolle des Umfeldes, in die Ferne und schärfen somit ihre hochempfindlichen Sinne. Diese müssen auch besonders aktiv sein, schützen sie doch das Pferd, als unbewaffnetes Fluchttier, vor drohender Gefahr. Ständige Wachsamkeit ist also angesagt 

Stall-Klima, Luft und Licht: Pferde sind keine Tiere, die in der Natur in dunklen Höhlen wohnen. Sie kommen aus der baumlosen Steppe, wo sich ständig Wind und Wetter abwechseln und so den gesamten Organismus des Pferdes trainiert haben. Dabei trägt das Sonnenlicht zu einem gesunden Stoffwechsel bei und steuert auch seinen Biorhythmus. Extreme Klimaschwankungen und Temperaturstürze von 30 - 40 Grad pro Tag können sie daher gut verkraften.